Kill Your Company

Warum es manchmal hilft, das eigene Projekt zu boykottieren

Kill Your Company – Kreativer Perspektivwechsel

Projektmanagement lebt von Planung, Kontrolle und Zielorientierung. Doch genau darin liegt eine Gefahr: Wer zu sehr darauf fokussiert ist, das Ziel erfolgreich zu erreichen, übersieht schnell, was ein Projekt wirklich scheitern lassen kann. Man plant, optimiert und kontrolliert, aber verdrängt dabei Risiken und hinterfragt eigene Annahmen so lange nicht, bis etwas Unerwartetes eintritt. Ein bewusster Wechsel der Perspektive kann in solchen Momenten helfen, beispielsweise durch die Methode „Kill Your Company“. Der Name klingt provokativ, doch der Ansatz hilft, Schwachstellen in Projekten gezielt zu erkennen, bevor sie sich in der Realität auswirken können.

Was hinter Kill Your Company steckt

„Kill Your Company“ ist eine Kreativtechnik, die mit einem gezielten Perspektivwechsel arbeitet. Es wird also nicht gefragt, wie ein Projekt erfolgreich umgesetzt werden kann, sondern wie man es scheitern lassen kann. Das Wort „Kill“ im Namen steht dabei dafür, ein Unternehmen oder Projekt zu boykottieren bis es scheitert. Bei der Methode geht es also darum, spielerisch destruktive Ideen zu sammeln, mit denen die erfolgreiche Umsetzung eines Projektes gefährdet werden könnte. Das kann von banalen Fehlern („Wir kommunizieren zu spät mit Stakeholdern“) bis zu absurden Szenarien („Unser gesamtes Projektteam fällt gleichzeitig aus“) reichen.
Was düster klingt, hat einen klaren Nutzen: Durch diese schonungslos negative Denkweise treten Schwachstellen zutage, die sonst oft verborgen bleiben. Die destruktiven Ideen können so anschliessend in konkrete Schutzmassnahmen umgewandelt werden.

Warum destruktives Denken im Projektmanagement produktiv ist

Kill Your Company zwingt Teams dazu, ehrlich hinzuschauen. Das lohnt sich:

  • Radikaler Perspektivwechsel: Statt Erfolgsoptimismus und Wunschdenken steht die realistische Analyse im Mittelpunkt. Das hilft, blinde Flecken im Projektmanagement aufzudecken. So können Projektideen ergänzt, Strategien vervollständigt, Prozesse geprüft und Schwachstellen oder Risiken analysiert werden
  • Kreativität statt Routine: Wenn alles erlaubt ist, auch die absurdeste Idee, entstehen unkonventionelle Gedanken, die neue Lösungswege eröffnen. Ausserdem sorgen gerade die absurden Ideen für Spass und Motivation im Team
  • Verantwortung und Teamstärke: Wer einmal aktiv überlegt hat, wie man das eigene Projekt boykottieren könnte, denkt danach automatisch stärker in Prävention und Stabilität. Das fördert Eigenverantwortung und Risikobewusstsein.
  • Einfach verständlich: Die Methode ist intuitiv verständlich, sofort einsetzbar und liefert sehr schnelle Ergebnisse.

So läuft ein Kill Your Company Workshop ab

Ein Kill Your Company Workshop ist unkompliziert, aber wirkungsvoll aufgebaut:

  1. Destruktive Phase: Nach der Erläuterung des Themas und der Methode sammeln die Teilnehmenden in kleinen Gruppen bis ca. fünf Personen Ideen, wie das Projekt, Programm oder sogar die Organisation zum Scheitern gebracht werden könnte. Dabei sind alle Ideen erlaubt und es wird noch nicht bewertet. Die Teammitglieder dürfen Ihre Kreativität also voll ausleben.
  2. Analyse: Anschliessend werden die Ideen sortiert, meist in einer zweidimensionalen Matrix. Wählen Sie dabei Achsenbezeichnungen, die zu dem Thema passen, das Sie betrachten. Das können beispielsweise Auswirkung und Wahrscheinlichkeit des Eintretens sein. So entsteht ein klares Bild, welche Risiken besonders kritisch sind, da sie das grösste Zerstörungspotenzial haben.
  3. Positive Wendung: Nun wird jede destruktive Idee in eine konstruktive Massnahme übersetzt. Die Teilnehmenden überlegen also, wie man das Problem verhindern kann, seine Auswirkungen reduzieren kann, ihm die Grundlage entziehen kann, oder zumindest die Wahrscheinlichkeit verringern kann. Dabei beginnt die Gruppe mit den Ideen, die am höchsten priorisiert sind, die also die grösste Auswirkung und Wahrscheinlichkeit haben. Die Ergebnisse dieses Brainstormings werden direkt zu den Ideen notiert.
  4. Integration: Die erarbeiteten Massnahmen fliessen anschliessend in das Risikomanagement, den Projektplan oder die Lessons Learned ein.

Beispiel aus der Praxis

Ein Projektteam plant die Einführung einer neuen Projektmanagementsoftware. Die Workshop-Frage lautet: Wie könnten wir dieses Projekt scheitern lassen?
Mögliche Antworten sind z. B.:

  • Wir holen die Anwender zu spät ins Boot.
  • Wir schulen das Team nicht ausreichend.
  • Wir unterschätzen den Integrationsaufwand.
  • Wir setzen keine klaren Verantwortlichkeiten für das Rollout fest.

In der anschliessenden Umkehrphase entstehen daraus konkrete Massnahmen: Frühes User-Feedback, strukturierte Schulungspläne, technische Machbarkeitsanalysen und eine klare Rollenverteilung.

Das Ergebnis: Ein stabiler Projektplan, der nicht nur auf dem Papier funktioniert, sondern in der Praxis tragfähig ist.

Grenzen der Methode

So wirkungsvoll der Ansatz ist, Kill Your Company hat auch seine Fallstricke:

  • Negativspirale: Wenn der Übergang zur konstruktiven Phase fehlt, kann die Stimmung kippen, was dazu führen kann, dass die Teammitglieder demotiviert werden.
  • Moderationsbedarf: Der Workshop braucht eine starke Leitung, die das Team durch alle Phasen führt.
  • Zeitintensiv: Eine ehrliche Risikoanalyse kostet Zeit und braucht das Engagement des Teams. Das kann zunächst abschreckend wirken. Machen Sie sich und Ihrem Team daher bewusst, dass diese Zeit sinnvoll verwendet wird und ein langer Workshop immer noch zeitsparender ist, als wenn ein Projekt tatsächlich scheitert.

Fazit

Kill Your Company klingt provokant, ist aber letztlich ein Werkzeug für mehr Projektreife. Denn wer sich traut, die eigenen Prozesse, Strukturen und Annahmen zu hinterfragen, gewinnt wertvolle Einsichten in die Schwachstellen und Risiken der eigenen Projekte und kann so verhindern, dass die Projekte scheitern.

In Verbindung mit einer Projektmanagementsoftware wie myPARM ProjectManagement wird der Ansatz „Kill Your Company“ besonders wirksam: Die destruktiven Szenarien und Schwachstellen, die im Workshop identifiziert wurden, lassen sich direkt in das Tool überführen, beispielsweise indem Risiken im System erfasst, Verantwortlichkeiten zugewiesen und Massnahmen terminiert werden. myPARM unterstützt klassische, agile und hybride Vorgehensweisen und bietet Dashboards mit aktivem Echtzeit-Überblick über Kosten, Ressourcen und Projektstatus. So wird aus der hypothetischen Zerstörungsidee konkret messbare Prävention. Zudem erleichtert die Software mit ihrer Anpassbarkeit und ihren Schnittstellen sowohl die Dokumentation als auch die Kommunikation über Risiken im Team – ein zentraler Faktor, damit der Workshop-Gedanke nicht im Papierkorb landet, sondern während der Projektumsetzung tatsächlich wirkt.

Erfahren Sie mehr über die Projekt- und Portfoliomanagementsoftware myPARM:

Sie möchten myPARM in einer Demovorführung kennenlernen? Dann vereinbaren Sie gleich einen Termin mit uns!

Ihre Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihre Anmeldung war erfolgreich. Bitte sehen Sie in Ihr Postfach und bestätigen Sie Ihre Anmeldung. Sollte keine Nachricht ankommen, sehen Sie bitte in Ihren Spam-Ordner. Vielen Dank!
Newsletter
Melden Sie sich zu unserem monatlichen Newsletter an und werden Sie über Produkte der Parm AG, Neuheiten, Trends im Projektmanagement sowie Angebote und Veranstaltungen informiert.